Schaf- u. Ziegenzüchter präsentieren sich!

Odenwälder Schaf- und Ziegenhalter präsentieren sich zum Beerfelder Pferdemarkt
Die Organisatoren der 117. Tierschau zum Beerfelder Prämienmarkt riefen auch die Odenwälder Schaf- und Ziegenhalter dazu auf, ihre Tiere auszustellen und die kamen. Zwar wurden weniger Kollektionen ausgestellt als in den vergangenen Jahren (einige Betriebe mussten ihre Teilnahme noch kurzfristig vor der Schau absagen), doch die gezeigten Schafe und Ziegen konnten sich bezüglich Rassevielfakt und Qualität sehen lassen. Die meisten der Auftreiber sind jedes Jahr auf der Tierschau in Beerfelden präsent und stellen sich dort regelmäßig der Konkurrenz im Prämierungswettbewerb. Wer etwas auf sich hält in der Szene der Schafbetriebe um den "Odenwälder Schäferverein e.V. , der setzt alles daran, sich mit seinen Tieren auf dem Pferdemarkt in Beerfelden zu zeigen und damit auch die Haltung der kleinene Wiederkäurer in der Region einem breiten Publikum zu präsentieren. Auffällig war die hohe Beteiligung von Herdbuchzuchtbetrieben die in der Region Odenwald ansässig sind aber weit über Südhessen hinaus in der Schafhaltungsbranche bekannt sind.
Zwei Preisrichter hatten die Aufgabe, Schafe aus insgesamt acht Zuchtherden und sieben Betrieben zu bewerten. Dazu kamen noch vier Ziegen aus zwei weiteren Betrieben. Heiko Bererbalk, Schäfermeister aus Wüstems im Taunus, selbst Besitzer einer großen Rhönschafherde und Arnd Ritter vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen in Kassel und Zuchtleiter der hessischen Schafzucht, kennen sich schon seit Ihrer Preisrichterausbildung in 2007 und übten ihr Amt entsprechend unkompliziert und harmonisch aus. Sie wurden unterstützt von Bernd Walter, Nolana-Herdbuchzüchter aus Mossautal, der sich vom hessischen Schafzuchtverband als Zuchtwart ausbilden lässt. Alle drei freuten sich über die große und bunte Rassevielfalt der Schau. Neben den imposanten Tieren der Wirtschaftsrassen, Schwarzköpfiges Fleischschaf, Suffolk und Texel konnten die Besucher daneben eher seltenere Rassen, die zum Teil vom Aussterben bedroht sind, bestaunen, wie das Bretonische Zwergschaf oder auch die italienische Landziegenrasse Nera Versasca und die Haarschafrasse Barbados Black Belly.
Eine komplette Schaugruppe, das "Los", besteht aus einem im Zuchtbuch eingetragenen Zuchtbock (gekört), zwei Mutterschafen, zwei weiblichen Jährlingen und zwei Lämmern. Nicht alle Auftreiber konnten zum Markttag mit einem kompletten Los aufwarten, dazu muss alles passen im Betrieb, um das hinzubekommen. Auch den Aufwand, den die Betriebe zur Vorbereitung der Tier eauf die Schau betreiben können, richtet sich nach den betrieblichen Gegebenheiten.
Bernd Keller aus Michelstadt-Rehbach präsentierte ein Los aus seiner Landschaftspflege-Herde Herdbuchtiere .der Schwarzköpfigen Fleischschafe. Sie waren sozusagen direkt von den Pflegeflächen und aus der Lämmeraufzucht ausgesucht worden. Die durchgezüchtete Kollektion des Haupterwerbsbetriebs überzeugte mit viel Rahmen, einer langen Mittelhand, korrekten Fundamenten und einer tadellosen Zahnstellung. Kellers Junger Zuchtbock aus der bekannten Zucht Schönfeld in Lauterbach glänzte mit einem hervorragenden ausgeglichenen Wollvlies. Er brachte dem Züchter den Preis „ Wollsieger der Wirtschaftsrassen“ ein.
Im Los der Suffolk Schafe von Matthias Michel aus Wald-Michelbach fielen den Preisrichtern besonders zwei gut entwickelte korrekte Lämmer auf, Vollgeschwister aus einer Zwillingsablammung. Aber auch die ausgestellten Mutterschafe von Herdbuchzüchter Michel konnten überzeugen. Die gestandenen, älteren Tiere mit tadellosem Gebiss glänzten durch eine beeindruckende Zuchtkondition, trotz mehrwöchiger Lämmeraufzucht, bei intaktem Euter. Ein Beispiel dafür, dass Suffolkschafe bei guter Haltung und Fütterung auch in punkto „Nutzungsdauer“ überzeugen können.
Das Los der Texelschafe aus der Herdbuchherde von Udo Wüstenhagen aus Beerfelden präsentierte sich „aus einem Guss“ und machte es den Juroren leicht, dem Züchter den Preis „Bestes Los der Wirtschaftsrassen“ zu vergeben. Der Betrieb hatte seine Kollektion mit viel Aufwand für die Schau vorbereitet. Im Merkmal Fleischansatz ließen die Tiere von Wüstenhagen keine Wünsche offen, wobei die Mutterschafe den Preisrichtern in diesem Punkt, neben dem Zuchtbock besonders auffielen.
Innerhalb der Konkurrenz der Landschafrassen zeigte Rolf Schäfer aus Beerfelden-Falkengesäß eine Auswahl seiner Coburger-Fuchsschaf-Herde. Auch er zeigte Mutterschafe beeindruckender Qualität, die ein gutes Beispiel für die Eigenschaften dieser attraktiven Landschafrasse darstellten. Die beiden Preisrichter vergaben dafür die Auszeichnung „Beste Mutterschafe der Landschafrassen“. Leider fehlte dem korrekten Bock aus eigener Nachzucht die Eintragung im Zuchtregister.
Severiano Ortiz Fernandez brachte das Kunststück fertig, zwei Schaugruppen aus seiner Schafhaltung in Michelstadt zu präsentieren. Neben einem kompletten Los der Rasse „Ostpreusische Skudde“ mit zwei herausragenden Jährlingen, für das er den Preis „Bestes Los der Landschafrassen“ verliehen bekam, zeigte er eine Auswahl von Bretonischen Zwergschafen („Ouessant Schaf“) mit einem rassetypischen Altbock, der leider nicht im Zuchtbuch registriert ist. Zuchtleiter Ritter hob besonders hervor, dass diese korrekten Tiere von Herr Ortiz Fernandez dem schwer einzuhaltende Rassemerkmal „Zwergwüchsigkeit“ vollständig entsprachen.
Harald Brandel, Herdbuchzüchter der „Weißen Gehörnten Heidschnucken“ aus Hesseneck war ebenfalls, wie in den vergangenen Jahren, mit einer Auswahl von Tieren präsent. Neben seinem prächtigen Altbock wussten den Preisrichtern besonders die beiden Lämmer mit einer schneeweißen, rassetypischen Mischwolle zu gefallen. Der Züchterwurde dafür mit dem „Wollsiegerpreis Landschafe“ bedacht. Leider fehlten dem Züchter diesmal zwei Jährlinge in der Kollektion, so dass er nicht mit den anderen vollständigen Losen konkurrieren konnte.
Jan Schwinn aus Beerfelden-Hetzbach bot den vielen Besuchern die Möglichkeit, einen Eindruck von der exklusiven und vom Aussterben bedrohten Haarschafrasse „Barbados Black Belly“ zu bekommen. Diese eleganten Tiere beeindruckten durch den deutlichen Glanz im Haarkleid. Schwinn hatte Tiere in mehreren attraktiven, rassekonformen Brauntönen in seiner Kollektion. Weitere Qualitätsmerkmale dieser Zuchtauswahl waren die korrekte Beinstellung und der harmonische Gesamteindruck der Tiere.
Zwei Ziegenhalter waren ebenfalls an der Tierschau in Beerfelden beteiligt. Georg Stüber aus Ober-Ramstadt hatte es sich nicht nehmen lassen und präsentierte die Ziege „Miwa“ der Rasse „Bunte Deutsche Edelziege“. Das Tier gefiel durch einen großen Rahmen und gute Fundamente. Leider war sie die einzige Vertreterin ihrer Rasse.
Thomas Holzhauer aus Rothenberg-Ober-Hainbrunn war mit einer Auswahl von seinen Ziegen der seltenen italienischen Landziegenrasse „Nera Verzasca“ vertreten. Die zwei Böcke und eine Mutterziege, zeigten das rassetypische, namensgebende, schwarz glänzende Haarkleid die dieser interessanten robusten Ziegenrasse und markierten damit einen weiteren auffälligen Farbtupfer der Tierschau. Nach Meinung der Juroren hatte dieser junge Herdbuchbetrieb seine Schauzeigen sehr schön vorbereitet.
Bei der Vorstellung der Prämierungsergebnisse hob Zuchtleiter Ritter die Vielfalt der gezeigten Schaf- und Ziegengruppen und deren gute Qualität hervor. Er machte dem Publikum deutlich, dass die engagierten Schafhalter im Odenwaldkreis mit ihrer Zuchtarbeit auch auf Landes und Bundesebene wahrgenommen werden. Außerdem würdigte er die Landschaftspflegearbeit der Schaf- und Ziegenhalte im Kreis, deren Arbeit einen entscheidenden Beitrag zur Offenhaltung der vielen attraktiven weil artenreichen Grünlandflächen leiste.



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